TETHOK – Textile Tektonik für den Holzbau

Mas­­si­v­­holz wird Tex­­til

Mas­­si­v­­holz wird Tex­­til. Das Holz von Wei­­den­ru­­ten ist so bie­g­­sam, dass es die En­t­­wick­­lung ei­­nes en­d­­lo­­sen Fa­­dens aus mas­­si­vem Holz er­laubt, der wie Garn ma­­schi­­nell zu den un­­ter­­schie­d­­lichs­­ten tex­­ti­­len Ge­­bil­­den ver­­ar­bei­­tet wer­­den kann. Wei­­den­­holz ist sehr leicht und hat ein be­­son­­ders gün­s­­ti­­ges Ver­­häl­t­­nis von Bie­g­­sam­keit, Fes­­ti­g­keit und Ge­wicht. Die­­se Qua­­li­tä­­ten wer­­den nicht zer­­stört, in­­­dem wie bei Re­­ge­­ne­­ra­t­­fa­­sern die ge­wach­­se­­ne Hol­z­­struk­­tur auf­­­ge­löst und ein neu­er Fa­­den ges­­pon­­nen wird, son­­dern die Qua­­li­tä­­ten der Wei­­de wer­­den mit dem Mas­­si­v­­holz­fa­­den in das Tex­­til über­tra­­gen.

Die Vor­­­tei­­le von Tex­­ti­­li­en lie­­gen in ih­­rer über­ra­­gen­­den Ei­g­­nung für den Leich­t­­bau, ih­­ren Fun­k­­ti­o­na­­li­­sie­rungs- und For­m­­ge­bungs­­­mög­­li­ch­kei­­ten, ih­­ren hoch­­en­t­wi­­ckel­­ten und er­­pro­b­­ten Her­­s­tel­­lungs- und Ver­­ar­bei­­tungs­­­tech­­no­­lo­­gi­en so­wie in ih­­rer seit Jahr­tau­­sen­­den be­­kan­n­­ten und im­­mer wie­­der wan­­del­­ba­­ren cha­rak­­te­ris­­ti­­schen Äst­­he­­tik paral­­le­­ler und sich über­k­­reu­zen­­der Fä­­den.

Des­halb wird Tex­­til als Kon­­struk­­ti­on­s­prin­zip für Wer­k­­stof­­fe und Bau­­tei­­le seit Jah­­ren im­­mer wich­­ti­­ger. Die Nach­­fra­­ge nach tech­­ni­­schen Tex­­ti­­li­en, die für die Her­­s­tel­­lung von tech­­nisch und äst­­he­­tisch hoch­­wer­­ti­­gen Bau­­tei­­len in der Ar­chi­­te­k­­tur und im Bau­we­­sen, im Pro­­­duk­t­­de­­sign und im Fahr­zeu­g­­bau ein­­ge­­setzt wer­­den, steigt seit Jah­­ren kon­­ti­­nu­ier­­lich. Be­­son­­ders in­­­ter­es­­sant sind Tex­­ti­­li­en aus En­d­­los­­fa­­sern, da aus ih­­nen die fes­­tes­­ten, fun­k­­ti­o­­nals­­ten und äst­­he­­tischs­­ten tex­­ti­­len Struk­­tu­­ren ge­­fer­­tigt wer­­den kön­­nen.

Zu ih­­rer Her­­s­tel­­lung wer­­den en­d­­lo­­se Fä­­den be­nö­t­igt, die ei­­nen sehr klei­­nen Qu­er­­schnitt be­­sit­­zen so­wie ex­t­­rem bie­g­­sam sind. Die am meis­­ten ver­­b­­rei­­te­­ten Ma­­te­ria­­li­en für En­d­­los­­fä­­den sind Kun­st­­­stoff-, Glas- und Kar­­bon- aber auch Na­­tur­­fa­­sern wie Flachs oder Si­­sal.

Mit Holz ver­­­fü­­gen wir über ei­­nen der äl­­tes­­ten Bau­­stof­­fe der Men­sch­heit mit her­aus­ra­­gen­­dem tech­­ni­­schem, äst­­he­­ti­­schem und öko­­lo­­gi­­schem Po­­ten­­zial. Ein Holz­fa­­den, auf Spu­­len auf­­­ge­wi­­ckelt, mit de­­nen Web-, Flecht- und an­­de­­re Tex­­til­­ma­­schi­­nen be­­stückt wer­­den kön­n­­ten, ist bis­her je­doch nicht be­­kannt. Mit kur­­zen Hol­z­­fä­­den der Spar­­te­rie (Hol­z­we­be­­rei) so­wie Hol­z­draht gab es be­­reits An­­sät­ze hier­zu im Han­d­­werk des 19. und an­­fäng­­li­chen 20. Jahr­hun­­derts. Auch kennt man die aus Wei­­den­ru­­ten und Wei­­den­­schie­­nen ge­f­­loch­­te­­nen Wa­­ren der Kor­b­f­­lech­­te­­rei und ge­we­b­­te Fa­­schi­­nen zur Ufer­be­­fes­­ti­­gung. Aber, Zeit ist Geld. Die Pro­­­duk­­ti­on muss heu­t­zu­­ta­­ge sch­­nell ge­hen. Be­­müh­un­­gen an der Aka­­de­­mie der Lan­d­­wir­t­­schafts­­wis­­sen­­schaf­­ten der DDR in Eber­s­wal­­de am In­­s­ti­­tut für For­st­wis­­sen­­schaf­­ten in den 1980er Jah­­ren, en­d­­lo­­se Fä­­den aus Wei­­den­­holz zur Be­­stü­­ckung von We­b­­stüh­­len zu en­t­­wi­­ckeln, bra­chen mit der deu­t­­schen Wie­­der­ve­r­ei­­ni­­gung ab. Sie bie­­ten aber hoch­­in­­ter­es­­san­­te An­­knüp­­fungs­­­pun­k­­te, „den Fa­­den wie­­der auf­­zu­­­neh­­men“.

Im Pro­­jekt TE­THOK - Tex­­ti­­le Te­k­to­­nik für den Hol­z­­bau wird er­­forscht, wie leich­­te tra­­gen­­de Bau­­tei­­le für die Ar­chi­­te­k­­tur und das Bau­we­­sen auf Ba­­sis ei­­nes En­d­­los­fa­­dens aus Holz tex­­til kon­­stru­iert, ge­­stal­­tet, si­­mu­­liert, ge­­fer­­tigt und ge­­baut wer­­den kön­­nen. Das er­­for­­dert Spe­­zial­wis­­sen aus ver­­­schie­­de­­nen Be­­rei­chen, und dass die Dis­zi­p­­li­­nen über­g­­rei­­fend eng zu­­­sam­­men ar­bei­­ten. Der in­­­ter­­dis­zi­p­­li­­nä­­re Ver­­bund aus Ar­chi­­te­k­­tur, De­­sign, Bau­in­­ge­­nieur­s­we­­sen, Wer­k­­stof­f­wis­­sen­­schaf­­ten, Ma­­schi­­nen­­bau, di­­gi­ta­­le Si­­mu­la­­ti­on und Ro­­bo­­tik be­ar­bei­­tet die Viel­­zahl von an­­spruchs­vol­­len Fra­­ge­­s­tel­­lun­­gen zu En­t­­wurf, Kon­­struk­­ti­on, Ma­­te­rial­ei­­gen­­schaf­­ten und Fer­­ti­­gung, die aus dem gan­z­heit­­li­chen Ziel re­­su­l­­tie­­ren. Ziel ist, eta­b­­lier­­te Kon­ze­p­­te des Hol­z­­baus wie zum Bei­­spiel den Hol­z­ta­­fel­­bau oder Kon­ze­p­­te für Hol­z­­tra­g­wer­ke mit tex­­ti­­len Kon­­struk­­ti­on­s­wei­­sen in­­­no­va­­tiv wei­­ter­zu­­en­t­wi­­ckeln. Hier­­für ver­­­bin­­den wir das Wis­­sen des aus­­­ge­zeich­­ne­­ten, jahr­tau­­sen­­deal­­ten tra­­di­­ti­o­­nel­­len Flech­t­han­d­werks mit in­­­du­s­­tri­el­­len und neu­en di­­gi­ta­­len und ro­bo­ti­schen Fer­­ti­­gung­s­­pro­zes­­sen.

Be­­su­chen Sie uns auf der LI­G­­NA – Ma­king mo­­re out of Wood, Han­­no­ver.
27. - 31. Mai 2019, 09:00 bis 18:00 Uhr
Der TE­THOK–Stand be­­fin­­det sich in Hal­­le 11 Stand 64/66.

Die Pu­b­­li­­ka­­ti­on RE­T­HIN­KING WOOD – Fu­­tu­­re Di­­men­­si­ons of Tim­ber As­­sem­b­­ly mit dem Buch­­ka­pi­­tel Tex­­ti­­le Tec­to­­nics for Wood Con­­struc­­ti­on er­­scheint im Mai 2019 bei BIR­K­HÄU­­SER, Hrsg. Mar­kus Hu­­dert/Sven Pfeif­­fer. ISBN 978-3-0356-1706-1

Die Cho­­reo­­gra­­fie für Tanz CROSS THE LI­­NE mit ei­­nem in­­­ter­ak­­ti­ven Büh­­nen­­bild aus Hol­z­­tex­­til hat am 14. Ju­­ni 2019 im The­a­­ter Am Neu­en Gar­­ten 64 in Pots­dam Pre­­mie­­re.
Cho­­reo­­gra­­fie: Je­an Marc Le­­bon, Ka­­te­­li­j­­ne Phi­­lips-Le­­bon, Ni­­na Ih­­len­­feld. Büh­­ne: BAU KUNST ER­­FIN­­DEN

Der For­schungs­ver­bund TE­THOK – Tex­ti­le Tek­to­nik für den Holz­bau sind:

For­­schungs­­­plat­t­­form BAU KUNST ER­­FIN­­DEN | Prof. Hei­ke Klus­s­­mann | Sp­­re­che­rin|
St­e­f­­fi Sil­ber­­mann, Jan Ju­ra­­schek, Fre­­de­rik Ecke, Cla­ris­­sa Rauch, Ma­ria Va­­sen­i­­na, Li­­sa Sch­­rei­ber, Ju­­li­us Abro­m­eit, Sel­­se­­la Kho­ra­­sa­­ni

FG Ex­pe­ri­­men­­tel­­les und Di­­gi­ta­­les Kon­­stru­ie­­ren und En­t­­wer­­fen | Prof. Phi­l­ipp
Ever­s­­mann
| Zu­­ar­­din Ak­­bar, Mo­ha­­med Da­wod, Ar­jen Deet­­man, Chri­s­toph Sch­l­op­­sch­­nat

FG Tren­­nen­­de und Fü­­gen­­de Fer­­ti­­gungs­­ver­­­fah­­ren | Prof. Dr.-Ing. Prof. h.c. Ste­­fan Böhm|
Da­­ni­el Kohl, Jan­­nis Hei­­se

In­­s­ti­­tut für Wer­k­­stof­f­­tech­­nik/Kun­st­­­stof­f­­tech­­nik | Prof. Dr.-Ing. Hans-Pe­­ter Heim|
Clau­­dia von Boy­­ne­burgk

FG Bau­­me­cha­­nik/Bau­dy­­na­­mik | Prof. Dr.-Ing. ha­­bil. Det­­lef Kuhl|
So­­phie Tun­­ger, Jus­­tin Hof­­mann

FG Bau­wer­k­s­er­hal­­tung und Hol­z­­bau | Prof. Dr.-Ing. Wer­­ner Seim|
Jens Fr­ohn­­mül­­ler, Til Wa­sch­­ko­witz, Chris­­ti­an Um­­­bach

TE­THOK wird ge­för­­dert von der Pro­­­gram­m­­li­­nie Zu­­kunft der Uni­ver­­­si­tät Kas­­sel.

Laufzeit

Forschungs- und Projektförderung

  • Forschungslinie Zukunft, Universität Kassel